Die Jugendbeteiligung Liechtenstein, kurz JUBEL, stellt eine Plattform für Jugendliche der Sekundarstufe I dar zur klassen-, schul- und gemeindeübergreifenden Vernetzung sowohl untereinander als auch mit Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft. JUBEL bezweckt, Kindern und Jugendlichen in Angelegenheiten, die sie besonders betreffen, ein Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsrecht einzuräumen.

Aufgrund von Auswertungen des Programms jubel zwischen 2015 und 2016 mit dem damaligen Leiter sowie mit Jugendarbeitenden, Jugendlichen, innerhalb des aha-Teams etc. entschied sich das aha zu einer Neuausrichtung von jubel. Nachfolgend eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Facts:

Neue Formate für jubel – Jugendbeteiligung Liechtenstein

  • jubel möchte sich noch stärker der politischen Bildung der Jugendlichen (Klassensprecher/innen) widmen und so dem Konzept aus dem Jahre 2006, nach dem die Jugendlichen ein Mandat haben, besser Rechnung tragen.
  • Das bisherige Ausbildungswochenende wird nicht mehr in bisheriger Form durchgeführt. Künftig geht es stattdessen darum, den Schwerpunkt noch mehr auf das Verstehen politischer Prozesse zu legen.
  • Die «jubel werkstatt» bietet allen Klassensprecher/innen ein erstes Training an. Die Schüler reflektieren über Planspiele gruppendynamische und politische Prozesse. Unter anderem planen die Klassensprecher/innen auch einen gemeinsamen Event von und für junge Leute aus Liechtenstein. Die erste Werkstatt fand am Mittwoch, 16. November 2016 im Jugendcafé Camäleon in Vaduz statt.
  • Das «jubel forum» wird am 22. März 2017 als Dialogveranstaltung die Vollversammlung ersetzen. Jugendliche und Entscheidungsträger diskutieren gemeinsam, wo der Schuh drückt. Die Vorbereitung für den Austausch wird im Vorfeld in der Freizeit erfolgen.
  • Weitere Workshops zu Themen wie Moderation, Präsentation und politische Bildung sind als «jubel impulse» geplant und können für eine Klasse bzw. für die Klassensprecher/innen einer Schule gebucht werden. Die Durchführung findet in Zusammenarbeit mit externen Partnern statt und ist kostenlos. Für Fragen steht Ihnen Johannes Rinderer als Programmleiter unter der Telefonnummer +423 239 91 14 oder per E-Mail an jubel@aha.li gerne zur Verfügung.

 

Informationen zu jubel 2007 bis 2017

Zahlreiche junge Leute haben sich seit 2007 beim Programm jubel beteiligt, sich eingebracht, Ideen entwickelt und umgesetzt. Damals wurde «jubel» als zweijähriges Pilotprojekt gestartet, 2009 durch die liechtensteinische Regierung bestätigt bzw. das aha – Tipps & Infos für junge Leute mit der Weiterführung des Programms beauftragt. 2016 nun war es an der Zeit, das Konzept zu überdenken und im jubel-Jahr 2016/2017 (Schuljahr) neu durchzustarten.

jubel hatte sich in seinen ersten fünf, sechs Jahren sehr gut etabliert. In den letzten drei Jahren hat die Beteiligung der Jugendlichen sowohl an den jubel-Veranstaltungen als auch an Projekten abgenommen. Deshalb hat das aha das Programm gemeinsam mit Jugendlichen und wichtigen Akteuren aus dem Jugendbereich (Schulsozialarbeit, Lehrpersonen, Jugendarbeitende, Jugendrat) ausgewertet. Basierend auf dieser Auswertung wurde das Konzept 2016 überarbeitet und stellt nun vermehrt die politische Bildung in den Mittelpunkt.

Pubertät, Berufsfindung, schulische Belastungen etc. sind teilweise Gründe dafür, dass Jugendliche oft stark unter Druck stehen und ihre Ideen weniger in Projekten umsetzen. Darüber hinaus zeigt sich aber, dass es vor allem auch an Wissen um die eigenen Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte fehlt. Noch klarer zeichnet sich das Bild fehlender Übungsfelder für Jugendbeteiligung. Es braucht mehr entsprechenden Raum für Jugendliche, in der politische Bildung erfahrbar gemacht wird. Dabei sind grundsätzlich alle gefragt, weil Jugendbeteiligung auch immer stark davon abhängt, inwieweit Erwachsene ein solche zulassen (können). Die neue Ausrichtung von jubel setzt mit seinen Modulen «jubel Werkstatt», «jubel Forum» und «jubel Squad» bei diesen Übungsplattformen an bzw. stellt solche zur Verfügung.

 

jubel Werkstatt & jubel Impulse

Bewährtes aus dem Vorgängerkonzept – wie bspw. das Mandat über die Klassensprecher/innen, die Schulsozialarbeit und Schulen als wichtige Partner – sind übernommen worden. Neues wurde entwickelt. Dazu gehören die «jubel Werkstatt» und die «jubel Impulse», welche an die Stelle des Ausbildungswochenendes für Klassensprecher/innen getreten sind. Bei der «jubel Werkstatt» werden mittels Planspielen politische Entscheidungsprozesse geübt und Beschlüsse gefasst. Dabei geht es u.a. um folgende Fragen: Wie bringe ich die eigene Idee ein? Wie vertrete ich sie gegenüber anderen? Welche Leute gibt es, die ähnliche Ideen haben? Welche Ansprechpartner sind ins Boot zu holen, damit das Thema auf fruchtbaren Boden fällt?

Bei der Planung und Umsetzung eines «jubel Impulstag» mit verschiedenen Workshops zu den Themen „Politik“ und „Auftreten“ sind die Jugendlichen von Anfang bis Ende einbezogen.

jubel Forum

Aus der Vollversammlung, bei der es primär um Jugendbeteiligung bei Projekten und die Präsentationen dieser Projekte ging, wurde das «jubel Forum» mit Gesprächen zwischen politisch Verantwortlichen und Jugendlichen entwickelt. Dabei soll im direkten Dialog zwischen Jungen und Erwachsenen geklärt werden, was wem unter den Nägeln brennt und wie man sich gemeinsam weiterentwickeln kann.

Die erste «jubel-Werkstatt» hat im Herbst 2016 mit rund 30 Klassensprecherinnen und Klassensprechern stattgefunden. Der Jugendtreff Camäleon wurde für einen Tag zur jugendpolitischen Bühne, auf der, neben Inputs und Übungen zu Entscheidungsprozessen, auch spielerische Elemente nicht zu kurz kamen. Die Klassensprecher/innen zeigten sich sehr engagiert und eine Kerngruppe aus dieser «jubel-Werkstatt» trifft sich regelmässig im aha und plant, gemeinsam mit dem Programmleiter Johannes Rinderer, die Inhalte des «jubel Forums», welches am 22. März im SAL stattfinden wird (weitere Infos auf www.jubel.li).

jubel Squad

Die Teilnehmer/innen der «jubel Werkstatt» werden Teil der «jubel Crew» und in die Jahresplanung, bei der Ideenfindung und Umsetzung einer gemeinsamen Veranstaltung eingebunden. Die «jubel Crew»-Mitglieder/innen nominieren Schülervertreter/innen, die das «jubel Squad» bilden. Ähnlich einem Vereinsvorstand übernehmen diese mehr Verantwortung und auch Aufgaben innerhalb der «jubel Crew». Dieses Kernteam tauscht sich mindestens einmal pro Monat mit dem jubel-Programmleiter aus. Diese geben die Informationen wiederum an andere Klassensprecher/innen bzw. an die «jubel Crew» weiter. Ein wichtiger Aspekt für die Motivation der Jugendlichen ist die Selbstverwaltung eines eigenen Budgets.

 

Weitere geplante Veranstaltungen:

Ende April 2017: jubel Impulstag mit Workshop «Politik zum Anfassen» sowie mit Übungen zu Rhetorik und sicherem Auftreten bzw. Präsentieren der eigenen Ideen.

  1. August 2017: Aktionsstand «10 Jahre jubel» am Staatsfeiertag